Bicycle, Bicycle – Ein Meilenstein ist geschafft

Bicycle, Bicycle – Ein Meilenstein ist geschafft

Eine Woche liegt nun hinter uns. Eine Woche Quarantäne, in der wir so manches Mal an unsere Grenzen gekommen sind.

Doch beginnen wir am Anfang. Vor gut einer Woche erhielt ich per WhatsApp die Nachricht, dass ich meinen Sohn aus der Kita abholen muss, da es einen positiv bestätigten Coronafall in der Einrichtung gab. Als ich an der Kita ankam, war der Parkplatz voll mit Autos. Viele Eltern holten ihre Kinder ab und unterhielten sich draußen über die aktuelle Situation. Am Eingang stand die Leiterin der Kita und sagte wiederholend den Satz „Weitere Informationen folgen.“

Mir war klar, dass aus dieser Sache eine zweiwöchige Quarantäne werden würde, was sich am Abend dann mit einem schriftlichen Schreiben seitens der Leitung bestätigte. Was nun? Wer bleibt zu Hause? Müssen alle zu Hause bleiben? Kann meine Tochter in die Kita oder zur Waldgruppe? Ein Schlachtplan musste her, um gut organisiert in die kommende Woche zu starten.

Es ist, wie es ist

Nach ein paar hitzigen Diskussionen zwischen meinem Mann und mir und der endgültigen Annahme, dass es jetzt so ist wie es ist, einigten wir uns darauf, dass er mit beiden Kindern zu Hause bleibt. So konnte ich weiterhin meiner Weiterbildung im Homeoffice nachgehen.

Leichter gesagt, als getan. Da mein Sohn gerne in meiner Nähe ist und er es gar nicht mag, wenn ich nicht da bin, hatte mein Mann ganz schön zu tun. Zudem forderte meine Tochter ebenfalls ihr Recht auf Aufmerksamkeit ein, sodass es manchmal sehr chaotisch war. Mein Sohn, der weinend nach seiner Mama verlangte, meine Tochter, die unbedingt mit meinem Mann spielen wollte, mein Mann, der versuchte, alles und jedem recht zu machen und ich mit dem Trainer im Ohr, der mir die SEO-Optimierung näherbrachte.
Der Mittagsschlaf war für uns Eltern Balsam für die Seele.

Ein Meilenstein ist vollbracht

grüner Fahrradhelm

Trotz chaotischer Quarantäne-Phasen und großer Müdigkeit gibt es dann die Momente, die alles wieder wett machen. So kam es, dass sich meine Tochter von heute auf morgen ihren Helm schnappte, sich auf ihr Bike schwang und Fahrrad fahren lernte. Einfach so.

Zuerst übte sie auf ihrem kleinen Fahrrad, das eigentlich viel zu dünne Reifen hatte, um ein Gefühl für das Fahren zu bekommen. Ganz ohne Stützräder und mit der sicheren Hand meines Mannes in ihrem Rücken fuhr sie wie eine Große.

rosa-weißes Kinderfahrrad

Schon am nächsten Tag stieg sie auf eine Nummer größer und fuhr ganz souverän die ersten Meter komplett alleine. Es war sehr beeindruckend zu sehen, mit was für einem Vertrauen und einem Selbstbewusstsein sie an die ganze Sache ging.

Ich erinnere mich noch gut an meine ersten Fahrversuche. Meine Eltern machten aus dieser Angelegenheit ein Battle mit ihren Freunden und derem Sohn. Welches Kind schafft es, als erstes Fahrrad zu fahren. Dazu war es ein Kampf der Geschlechter. Leider weiß ich nicht mehr, wer gewonnen hat. Vermutlich würden beide Elternpaare sagen, dass ihre eigenen Kinder gewonnen haben. Fakt ist, ich kann es heute noch.

Mein Mehrwert

Was kann ich aus dieser ganzen ersten Woche Quarantäne für mich mitnehmen. Erstens: In der Ruhe liegt die Kraft. Zweitens: Ich bin davon überzeugt, dass Kinder unsere größten Lehrmeister sind. Und so hat mir meine Tochter mit ihrer Fahrradfahr-Aktion gezeigt, dass es gut ist, weniger über Dinge nachzudenken, sondern es einfach mal zu tun. Und drittens: Den gegenwärtigen Moment so anzunehmen, wie er ist.

Bis bald,
Karo